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Hamburger Kunsthalle 2016: Geta-Bratescu-Retrospektive als Höhepunkt


Hamburger Kunsthalle

(Von Horst Schinzel) - Die Zeit, in der der Hamburger Kunsthalle nur ein Drittel ihrer Ausstellungsfläche zur Verfügung steht, geht zu Ende. Die umfangreiche Sanierung und Umgestaltung – privat bezahlt – soll Ende April abgeschlossen sein. Die Wiedereinweihung wird mit einem Bürgerfest gefeiert werden. Die Pläne für das kommende Jahr wurden an diesem Donnerstag vorgestellt.

Foto Hamburger Kunsthalle. Die Arbeit „Ohne Titel“ stammt aus dem 2012

Das Jahr 2015 an der Hamburger Kunsthalle wird mit deutlich über 300.000 Besucherinnen und Besuchern abschließen und damit sowohl die selbst gesteckten Erwartungen als auch den Wert des Vorjahres klar übertreffen. Die baubedingten Einschränkungen – derzeit wird nur rund ein Drittel der gewohnten Ausstellungsfläche bespielt – haben sich weit weniger bemerkbar gemacht, als dies im Vorfeld angenommen wurde.  

Das erste Ausstellungsprojekt des Jahres 2016 wird die im Februar startende Retrospektive zu Christoffer Wilhelm Eckersberg sein. Er ist der bedeutendste dänische Maler der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ab Ende April wird die komplette Wiedereröffnung nach Abschluss des Modernisierungsprojektes mit einem großen Bürgerfest und nachfolgenden interdisziplinären Programmwochen gefeiert.   

Zu den Ausstellungshighlights des Jahres 2016 zählt im Frühjahr eine Retrospektive zu der Grand Dame der konzeptuellen Kunst Rumäniens, Geta Brătescu. Ab Ende Mai folgt die große Manet-Ausstellung, die zugleich die Abschiedsschau von Direktor Hubertus Gaßner sein wird. Im Herbst wird die Surrealismus-Ausstellung mit Meisterwerken von Dalí, Ernst, Miró, Magritte… aus vier bedeutenden Privatsammlungen präsentiert.  

Ein neuer Ort für Experimentelles wird ab Ende Juni temporär das Art Lab im Hubertus-Wald-Forum der Hamburger Kunsthalle sein: Das erste Projekt AUSSEN/INNEN wird in Zusammenarbeit mit dem Berliner Radialsystem V realisiert
Geta Brătescu (geb. 1926) gilt als Grand Dame der konzeptuellen Kunst
Rumäniens In Deutschland kennen sie nur Kenner.. Zu ihrem 90. Geburtstag richtet die Hamburger Kunsthalle eine umfassende Werkschau aus, die wichtige Schlüsselwerke und Werkserien aus über sechs Jahrzehnten versammelt. Es ist die erste retrospektiv angelegte Museumsausstellung der Künstlerin außerhalb ihres Heimatlandes Rumänien. Erinnerung und Geschichte, historische Ablagerungs- und organische Wachstumsprozesse, Konformität und Abweichung, Selbstbefragung und behauptung sind Themen, die Brătescu im Laufe ihres langen künstlerischen Werdegangs immer wieder neu bearbeitet und hinterfragt hat. Ihre Arbeiten haben sowohl politische als auch feministische Anklänge, ohne sich dabei explizit einer Kategorie zuzuschlagen.

Das Werk der in Bukarest lebenden Künstlerin ist außerordentlich vielfältig und lässt sich nicht allein einer Stilrichtung zuordnen. Brătescu arbeitet sowohl abstrakt als auch gegenständlich, kleinteilig wie raumgreifend, und bedient sich unterschiedlicher Medien wie Zeichnung, Fotografie, Film, Stoffarbeit, Skulptur. Sie selbst versteht sich vor allem als eine Zeichnerin im Dienst der Linie und beschreibt ihre farbenfrohen Papiercollagen als ein „Zeichnen mit der Schere“, ihre Stoffarbeit als ein „Zeichnen mit der Nähmaschine“.

Zugleich richtet sich das Interesse der Künstlerin in neuen abstrakten Werkserien, den so genannten „Cut Outs“ (Scherenschnitten), auf die Relation von Linie zur Fläche und dekliniert diese in scheinbar unendlichen Reihungen und Modulationen.

Fasziniert von Literatur und Philosophie widmet sie sich kenntnisreich den großen Figuren der Weltliteratur wie Medea, Dido oder Faust. Über viele Jahrzehnte war Geta Brătescu zudem für die graphische Gestaltung des Magazins Secolul 20 (heute Secolul 21) verantwortlich, dem wichtigsten kulturellen und intellektuellen Publikationsorgan Rumäniens, dem sie bis heute die Treue hält.

Mit Geta Brătescu. Retrospektive setzt die Hamburger Kunsthalle eine Reihe von Ausstellungen zu weiblichen Künstlerinnen fort, deren wenig beachtete Werkphasen oder deren Gesamtwerk dadurch eine größere Aufmerksamkeit erfahren. Dazu zählten bislang Louise Bourgeois (Frühjahr 2012), Eva Hesse und Gego (beide Winter 2013/14).Eine begleitende Publikation (dt./engl.) ist die erste deutschsprachige zu Brătescu und umfasst ein Interview mit der Künstlerin, Texte der Kunsthistorikerin Magda Radu und des Autors Michael Köhlmeier sowie zahlreiche Künstlerbeiträge, die den Einfluss und die Bedeutung von Geta Brătescu verdeutlichen.



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