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MKG Messe Kunst und Handwerk 2014


Messe Kunst

Die MKG Messe Kunst und Handwerk versteht sich als Forum für höchste gestalterische und handwerkliche Qualität, und bietet Raum für den künstlerischen Nachwuchs. Mit ihrer Qualitätsauslese bietet die Messe den Besuchern ein reiches Spektrum für gute Gestaltung. Zu sehen und zu erwerben sind herausragende Stücke aus den Bereichen Schmuck, Textil, Möbel, Keramik, Glas, Holz und Tafelgerät, die als Unikate oder in Kleinserie handwerklich gefertigt werden.

In diesem Jahr hat die Fachjury 66 Teilnehmer ausgewählt. Aus diesem Kreis ermittelt die Jury den diesjährigen Preisträger des renommierten Justus Brinckmann Preises, der mit 7.500 Euro dotiert ist. Neue Impulse erhält die MKG Messe durch die Vergabe des mit 2.500 Euro dotierten Förderpreises. Hierfür spürt die Messejury internationalen aktuellen Tendenzen nach und nominiert vielversprechende junge Kandidaten für die Shortlist. Nominiert sind: Studio Besau Marguerre (Hamburg), Sarah Boettger (Wiesbaden), Kathrin Borst (Leipzig), chmara.rosinke (Wien), Melanie Isverding (München), Beatrix Li-Chin Loos (Straßburg), Linda Prüfer (Höxter), Judith Röder (Höhr-Grenzhausen) und Siba Sahabi (Amsterdam). Parallel zum Förderpreis hat sich die Hochschulplattform als dritter wichtiger Baustein der MKG Messe etabliert.

Hochschulen sind ein Gradmesser für die Zukunft, für neue gestalterische und technologische Experimente. In diesem Jahr stellen sich die Fakultät Design, Medien und Information der HAW Hamburg und die Fakultät Design und Handwerk der Staatlichen Universität Seoul in Korea vor. In Kooperation mit Eucrea Deutschland e.V. werden auf der MKG Messe erstmalig auch die Preisträger des diesjährigen Unic Award ausgestellt. Der Designwettbewerb zeichnet Gestalter mit geistiger Beeinträchtigung aus und versammelt Arbeiten aus den unterschiedlichsten gestalterischen Disziplinen.

 

Die Nominierten für den Justus Brinckmann Förderpreis

 

Designstudio Besau Marguerre: Das interdisziplinäre Designstudio aus Hamburg verbindet die Bereiche Interior Design, visuelle Kommunikation und Editorial Design und entwickelt außergewöhnliche Ideen und Produkte. Sie experimentieren mit ungewöhnlichen Materialien und kombinieren sie mit einer auffallenden Farbgestaltung. Ihr Gestaltungsansatz führt zu außergewöhnlichen, innovativen Ideen und Produkten. „Unsere freien Entwürfe entstehen aus einer intensiven und prozessorientierten Auseinandersetzung mit dem Material. Aus diesem Prozess heraus entsteht auch die Farbwelt des Produktes – sie ist ein Gefühl und Teil unserer Art zu entwerfen.“

 

Sarah Boettger: Im Fokus der Kunsttischlerin und Designerin steht die Beobachtung alltäglicher Lebenssituationen. Sie ist fasziniert von einfachen und unkomplizierten Dingen, die so zu etwas Außergewöhnlichem werden. Jedes Detail ist gründlich bedacht, ohne dass es dem Produkt anzusehen ist. Boettger entwirft Objekte, deren Wertigkeit lange Bestand haben soll. Hauptsächlich arbeitet sie mit Holz und Glas. Ihre Formensprache ist deutlich von Skandinavien beeinflusst, wo sie auch studiert hat.

 

Kathrin Borst: Für die Schmuckkünstlerin spielen Assemblage und Collage eine wichtige Rolle. Sie schafft ungewöhnliche, großformatige Ketten und Broschen mit Löwen- oder Zebraköpfen, für die sie sich aus der Tierwelt inspirieren lässt. „Mich interessiert, was Menschen in Bilder von Gesichtern interpretieren, und wie es sich anfühlt, wenn sie ein weiteres Gesicht auf dem Körper tragen“, sagt Borst über ihre eigenen Kreationen.

 

Designerduo chmara.rosinke: Das polnische, in Wien arbeitende, Designerduo hat drei Projekte eingereicht: In Kooperation mit dem Sternekoch Konstantin Filippou entwickelte es ein Besteckset für die Haute Cuisine, das auf bestimmte Gerichte abgestimmt ist und eine andere Herangehensweise an die Präsentation des Essens zeigen soll. Eine Serie mit Vasen wurde speziell für eine Ausstellung im Auktionshaus Sotheby’s Wien während der Vienna Design Week angefertigt. Die Objekte wurden in 3D gedruckte Formen gegossen, geschliffen, poliert und mit industriellen metallischen Fundstücken kombiniert. Das dritte Projekt Time for oneself setzt sich mit dem Thema Freizeit ohne Konsum ausein-ander und ist von der stetig wachsenden Zahl der Stadt-Angler inspiriert. Ein zeitlos gestalteter Rucksack, der ausgepackt zum Hocker wird, beinhaltet einen Kübel, der zum Grill oder Räuchern dient. Darin befinden sich nützliche Geräte wie Fischmesser, Handangel, Zündhölzer, Bürste, Pfanne, Schneidebrett, Reinigungstuch, Besteck, Salz, Pfeffer, Pfannenwender und Ersatzdübel für die Riemen. Alle Teile sind von kleinen spezialisierten Handwerksbetrieben in Österreich gefertigt worden.

 

Melanie Isverding: Die Schmuckkünstlerin schafft ein phantasiereiches Repertoire an Schmuckkörpern. Ihre Formen reflektieren auf die Idee der Kapsel, des Gehäuses und dienen der Aufbewahrung persönlicher Schätze oder Empfindungen. Die Schmuckgebilde wirken wie Fenster, die den Blick auf einen anderen Mikrokosmos eröffnen. Ihre zarte und organisch anmutende Erscheinung wird durch die widerstandsfähige, technoid wirkende Statur konterkariert.

 

Beatrix Li-Chin Loos: Die deutsch-taiwanesische Gestalterin vertritt ein engagiertes und handwerkliches Design. Ihre Werke werden ausschließlich aus Reststoffen unter Verwendung ökologischer Bearbeitungsmethoden gefertigt und in höchster kunsthandwerklicher Manier vollendet. Aus armen, unedlen Werkstoffen werden durch die Verarbeitung kostbare, edle Werkstoffe. „Upgecycelt“ ja, aber chic und zeitlos. Ihren Ansatz hat die Designerin bis hin zum maßgefertigten Packaging weitergedacht und definiert dessen Rolle völlig neu: Ästhetisch und ökologisch wird die Verpackung aus recyceltem Karton selbst zu einem Objekt.

 

Linda Prüfer: Die Porzellankünstlerin sieht ihre experimentellen Studien in einer Nische zwischen Kunst, Kunsthandwerk und Design. „Meine Arbeiten leben vor allem von der Ausgestaltung der Materialoberfläche, die durch exakte, feingliedrige Perforationen entmaterialisiert und verfremdet wird. Den Strukturen aus Licht und Schatten werden einfache, rotationssymmetrische Formen entgegengesetzt, die im Brand deformieren und den Typus und die Funktion der ‚Schale‘ aufbrechen. Das spielerisch-experimentelle Ausloten von Materialgrenzen ist dabei die treibende Kraft, die meine Kreativität und meine handwerklich geprägte Arbeitsweise befeuert.“

 

Judith Röder: Die Arbeiten der Glaskünstlerin spielen mit der besonderen Beschaffenheit von Glas: Im Augenblick extremer Erhitzung kann es flüssig geformt werden. Es erkaltet jedoch schnell und fällt zurück in totale Erstarrung und Härte, so dass die Form Ausdruck eines Augenblicks ist. Als transparentes Material ist Glas unstofflich, seine Form liegt  im Grenzbereich der „Durchsichtigkeit“, des Immateriellen. Die Zuspitzung des Augenblicks als Andeutung, Geste oder Spur in Röders Arbeiten macht Zeit und Raum in ihrer Grundsätzlichkeit erfahrbar und schafft Bilder des Lebendigen zwischen Stillständen.

 

Siba Sahabi: Die deutsch/iranische Designerin zeigt mit ihren Werken, wie sich Kulturen gegenseitig beeinflussen und daraus Neues und kultureller Reichtum entsteht. Ihre Faszination für Handwerk und Unvollkommenheit bestimmt ihren experimentellen Umgang mit verschiedenen Materialien. Eingereicht hat sie eine Serie aus Filzobjekten, die sowohl als Vase, Beistelltisch oder Lampe funktionieren.

 

Teilnehmer der Hochschulplattform

 

Department Design der HAW Hamburg: Die Studienrichtung Produktdesign Textil der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) stellt sich in diesem Jahr mit dem Textil-Projekt Fokus Filz vor. Studierende des Bereichs Textil im Department Design arbeiten mit industriell hergestellten Wollfilzen sowie Nadel- und Haarfilzen in unterschiedlichen Stärken und Zusammensetzungen und mit variierendem Wollanteil. Das Projekt entstand im Rahmen der Symposien GREEN CYCLES – Corporate Social Responsibility im Textilen Kreislauf, initiiert von der Peter de Vries Filz-Produktmanufaktur und Renata Brink und Patrick Kugler, Professoren an der HAW. Die Bachelor-Studierende der Studienrichtung Textildesign sowie drei Austauschstudentinnen aus Finnland und Australien erarbeiteten konkrete Interieur-, Wand- und Objektideen und experimentierten mit dem Werkstoff Filz mit oft überraschendem Ergebnis. Ihre Werke zeigen die Aktualität des Materials Filz, das als synthetischer Vliesstoff einen funktionalen, festen Faserverbund darstellt und in der reinen Schurwollform eine nachwachsende, raumklimatisch hochwertige Designlösung bieten kann.   

 

Fakultät Design & Handwerk, Staatliche Universität Seoul, Korea: Der renommierte und mit dem Red Dot Award ausgezeichnete Keramiker Kap Sun Hwang, seit 2003 als Professor für Keramik in Seoul, präsentiert zahlreiche Arbeiten seiner Meisterschüler. Hwang steht für den kulturellen Brückenschlag zwischen Europa und Asien, indem er handwerk-liche Techniken und modernste Technologien miteinander verbindet. Im Rahmen der Ausbildung befähigt er seine Studenten, ästhetisch wie technisch höchst anspruchsvolle Objekte zu schaffen, die auch im industriellen Produktions-prozess anwendbar sein müssen. Ziel ist das perfekte Porzellanobjekt, das immer wieder neue visuelle und haptische Wahrnehmungen hervorruft.

 

 

UNIC AWARD

 

Der Unic Award ist ein Designpreis, der seit 2009 an behinderte Gestalter oder Teams aus Behinderten und nicht Behinderten verliehen wird. Bei diesem Wettbewerb geht es vorwiegend um Originalität und Kreativität. Willkommen sind Grenzgänge im Bereich der angewandten Kunst genauso wie kunsthandwerkliche Einzelstücke. Im MKG werden die sechs Preisträger von 2014 ausgestellt. In der Kategorie Möbel ging der Preis an Friedrich Bindel für seine Recycling Lampen, die aus Resten von Überputzverteilerdosendichtungen zu einem ästhetisch äußerst ansprechenden Design verarbeitet werden. In der Kategorie Mode erhielt das Projekt Die Schönheit der Blinden den Preis. Die Kunststickerin Antje Kunze, drei Modedesigner aus Halle, Magdeburg und Dresden, sieben Blinde als Experten und der Fotograf und Dokumentar-filmer Karsten Hein haben für das Projekt vier eigens entworfene Kleider, T-Shirts, Oberhemden und Hosen mit Braille-Bestickung als Accessoire versehen. Antje Kunze hat hierfür eine spezielle Sticktechnik entwickelt, die es Blinden zum erstmals erlaubt, Braille auf Stoff wirklich lesen zu können. Ziel des Projektes ist es, einen Beitrag zu einem positiven, selbstbewussten Bild von Blindheit und blinden Menschen zu leisten. Weitere Preise wurden in den Kategorien Tischware, Haushalt, Spiele und Spielzeug sowie Grafik und Illustration vergeben.


Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Öffnungszeiten: Di –So 10 – 18 Uhr, Do 10 – 21 Uhr | Eintrittspreise: 10 € / 7 €, Do ab 17 Uhr 7 €, bis 17 Jahre frei

Michaela Hille



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