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Die Hamburgische Staatsoper will sich erneuern


Staatsoper

(Von Horst Schinzel) - Die musikalische Welt blickt mit großen Erwartungen auf die Hamburgische Staatsoper. Dort endet in diesen Wochen die Ära der Australierin Simone Young als Generalmusikdirektorin und Intendantin. Nach ihrem Abgang wird das Amt wieder geteilt. Die musikalische Verantwortung übernimmt Kent Nagano. Die Intendanz wird Georges Delnon übertragen. Der war bis jetzt in gleicher Funktion in Basel tätig. Außer einem neuen Pressesprecher wird er dem Neuen verpflichtete Regisseure wie Calixto Bieito, Christof Loy und Vera Nemirova an die Elbe mitbringen. Das verspricht Mut zu Neuem. Der möchte Simone Young zu oft gefehlt haben.

Foto Bayerische Staatsoper Kent Nagano

Ende April hat das neue Leitungsteam Georges Delnon als künftiger Intendant der Staatsoper Hamburg, John Neumeier, Ballettintendant und Chefchoreograf des Hamburg Ballett, Kent Nagano, künftiger Hamburgischer Generalmusikdirektor und Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters sowie Detlef Meierjohann, Geschäftsführender Direktor, die Pläne für die Spielzeit und Konzertsaison 2015/2016 vorgestellt. Die neue Leitungsformation hat sich im Bewusstsein der bedeutenden Tradition der drei Institutionen das Ziel gesetzt, im Spannungsfeld zwischen sorgsamer Pflege eines breiten Repertoires und markanter Leidenschaft für das Neue ein eigenes und erkennbares Profil zu entwickeln.



Die Staatsoper Hamburg eröffnet die Saison mit Berlioz‘ Oper „Les Troyens“. Michael Thalheimer wird zum ersten Mal an der Staatsoper inszenieren. Am Pult gibt Kent Nagano seinen Einstand. Parallel sind in der neu akzentuierten opera stabile Christoph Marthalers „Isoldes Abendbrot“ mit der Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter und die Uraufführung „Weine nicht, singe“ von Michael Wertmüller in der Regie von Jette Steckel zu sehen.



Liebe und die Erfahrung menschlicher Agonie bestimmen die beiden Premieren des Hamburg Ballett in der Saison 2015/2016. John Neumeier choreografiert die Geschichte der italienischen Schauspielerin Eleonora Duse und bringt, unter der musikalischen Leitung von Kent Nagano, Messiaens Symphonie „Turangalîla“ auf die Bühne. Unter den zahlreichen Repertoirewerken sind unter anderem „A Cinderella Story“ und die „Matthäus-Passion“ in Bachs ergreifender Musik zu sehen.



Mit einer Hommage an große Hamburger Komponisten starten der neue Hamburgische Generalmusikdirektor Kent Nagano und das Philharmonische Staatsorchester in ihre erste gemeinsame Spielzeit. Die 188. Philharmonische Konzertsaison prägen Klassiker wie Bach, Beethoven, Brahms, Berlioz oder Mahler sowie Kompositionen zeitgenössischer Künstler wie Unsuk Chin, Toshio Hosokawa oder Peter Ruzicka. Kent Nagano dirigiert sieben Konzertprogramme, zu den Gastdirigenten zählen u.a. Philippe Herreweghe und Lothar Zagrosek.

Die Spielzeit der Staatsoper Hamburg 2015/2016 im Überblick:



Den Auftakt der Opern-Saison 2015/2016 markiert ein Eröffnungsreigen mit zahlreichen Veranstaltungen. Um die Eröffnungspremiere „Les Troyens“ von Hector Berlioz im Großen Haus am 19. September 2015 möglichst für alle Hamburger zugänglich zu machen, wird „Les Troyens“, in Zusammenarbeit mit Filmfest Hamburg, dem City Management Hamburg und dem „Verein lebendiger Jungfernstieg“, zeitversetzt auf einer Kino-Leinwand am Jungfernstieg übertragen.



Die zweite Opern-Neuproduktion wird Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Le Nozze di Figaro“ sein, die am 15. November 2015 in der Regie des norwegischen Opernregisseurs Stefan Herheim und unter der musikalischen Leitung des italienischen Dirigenten Ottavio Dantone Premiere hat.



Im neuen Jahr zeigt die Staatsoper Hamburg am 24. Januar 2016 die Uraufführung der Oper „Stilles Meer“ von Toshio Hosokawa, die sich mit der privaten Katastrophe einer Familie in Fukushima in der Folge des Reaktorunfalls beschäftigt. Für Libretto und Regie verantwortlich ist der japanische Regisseur Oriza Hirata. Kent Nagano steht am Pult des Philharmonischen Staatsorchesters.



In der opera stabile wird am 19. Februar 2016 die Produktion „Minibar“ der Stipendiaten der Akademie Musiktheater heute mit Sängern des Ensembles und des Internationalen Opernstudios zur Premiere gebracht.



Als weitere Premiere im Großen Haus folgt am 6. März 2016 Gioachino Rossinis Freiheitsoper „Guillaume Tell“ in der Regie des jungen Schweizer Regisseurs Roger Vontobel und unter der musikalischen Leitung des Altmeisters Gabriele Ferro.



Zum Saisonabschluss bringt die Staatsoper Hamburg am 5. Juni 2016 Richard Strauss‘ „Daphne“ auf die Bühne. Die Produktion, die bereits am Theater Basel erfolgreich gezeigt wurde, inszeniert Christof Loy, die musikalische Leitung wird Michael Boder übernehmen.



Ein großes Sonderprojekt im Jahr 2016 ist „La Passione“ nach Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion mit dem italienischen Regisseur Romeo Castellucci und unter der musikalischen Leitung von Kent Nagano in den Deichtorhallen. Diese Produktion, die am 21. April 2016 Premiere hat, entsteht in Zusammenarbeit mit den Elbphilharmonie Konzerten und wird gleichzeitig die Eröffnung des Musikfests 2016 sein.



Neben der Pflege des reichen Repertoireschatzes der Staatsoper Hamburg werden zwei großartige Werke zur Wiederaufnahme kommen: zum einen Peter Konwitschnys Inszenierung des Verdi-Klassikers „Don Carlos“ und zum anderen Richard Wagners „Tristan und Isolde“ in der legendären Inszenierung von Ruth Berghaus und unter der Leitung von Kent Nagano.



Zum Abschluss der Opern-Saison 2015/2016 präsentieren sich die Sängerinnen und Sänger des Internationalen Opernstudios mit ihrer Abschlussproduktion „Orpheus“ von Georg Philipp Telemann in der opera stabile.




Die Spielzeit des Hamburg Ballett John Neumeier 2015/2016 im Überblick:



Die Saison 2015/2016 ist beim Hamburg Ballett geprägt durch zwei neue Kreationen des Ballettintendanten und Chefchoreografen John Neumeier:



Zur Uraufführung kommt am 6. Dezember 2015 mit „Duse“ seine Hommage an die legendäre italienische Schauspielerin Eleonora Duse. Zur Musik von Benjamin Britten und Arvo Pärt zeichnet Neumeier neben der Choreografie auch für Bühnenbild und Kostüme verantwortlich. Es gastiert Alessandra Ferri in der Titelrolle.



Am 3. Juli 2016 präsentiert John Neumeier mit „Turangalîla“ seine getanzte Version von Olivier Messiaens wegweisender Symphonie. Am Dirigenten-Pult steht Kent Nagano. Der Designer Albert Kriemler von Akris entwirft die Kostüme, das Bühnenbild gestaltet Heinrich Tröger.



Die Uraufführung von „Turangalîla“ eröffnet gleichzeitig die 42. Ausgabe der Hamburger Ballett-Tage. Das zweiwöchige Festival, das am 17. Juli 2016 mit der international besetzten „Nijinsky-Gala XLII“ seinen Abschluss findet, präsentiert einen Querschnitt durch das reichhaltige Œuvre von John Neumeier. Darunter sind in diesem Jahr beliebte Literaturballette wie „Peer Gynt“ und „Othello“, seine Fassung des romantischen Klassikers „Giselle“ und mit der „Winterreise“ auch eines seiner vornehmlich musikalisch inspirierten Werke. Natürlich wird John Neumeier auch in diesem Jahr eine renommierte Gastcompagnie (12./13. Juli 2016) begrüßen.



Am 20. September 2015 steht für das gemeinsame Eröffnungs-Wochenende mit der Staatsoper Hamburg die Wiederaufnahme von John Neumeiers 1992 uraufgeführtem Ballett „A Cinderella Story“ auf dem Programm. Zur Musik von Sergej Prokofjew und in der Ausstattung von Jürgen Rose erzählt das Ballett eine Geschichte über Selbstfindung und Erwachsenwerden in Anlehnung an das Grimmsche Märchen, die zuletzt 2008 in Hamburg zu erleben war.



Als zweite Wiederaufnahme der Spielzeit kehrt am 24. April 2016 die „Matthäus-Passion“ zurück auf die Bühne der Staatsoper. John Neumeiers 1981 uraufgeführtes Ballett zu Johann Sebastian Bachs Musik wurde zuletzt 2013 in der Hauptkirche St. Michaelis aufgeführt. Zurückgeholt in den theatralen Raum, wird der Tanz auch ohne die Bindung an den sakralen Ort zum Mittler geistig-geistlichen Geschehens.



Vier Mal in der Spielzeit finden die beliebten Ballett-Werkstätten statt. In den Matinee-Vorstellungen erläutert John Neumeier die tanzhistorischen Hintergründe zu seinen Balletten und gibt Einblicke in deren Entstehungsprozesse.



Die Ballettschule des Hamburg Ballett präsentiert am 14. Juni und am 4. Juli 2016 mit „Erste Schritte“ wie jedes zweite Jahr eine Aufführung, bei der alle Klassenstufen in abwechslungsreichen Choreografien auf der Bühne der Staatsoper zu erleben sind. Vom 29. Februar bis zum 6. März 2016 zeigen die Absolventen der Abschlussklassen erneut ihre eigenen Choreografien bei der „Werkstatt der Kreativität VII“ im Ernst Deutsch Theater.



Im Frühjahr werden auch die „Jungen Choreografen“ des Hamburg Ballett mit eigenen choreografischen Arbeiten in der opera stabile zu erleben sein und an den Erfolg der letzten Serie der 1974 gegründeten Reihe anknüpfen.



Die Spielzeit 2015/2016 führt das Hamburg Ballett darüber hinaus auch auf Tourneen ins In- und Ausland. Mit insgesamt 9 verschiedenen Balletten, einer Ballett-Werkstatt und einem Gala-Programm steht die Compagnie auf den Bühnen des Festspielhauses Baden-Baden, des Moskauer Bolschoi-Theaters, des Harris Theater for Music and Dance in Chicago, des Bunka Kaikan in Tokio und des Theaters an der Wien.





Die Konzertsaison des Philharmonischen Staatsorchesters 2015/2016 im Überblick:



Mit einer Hommage an große Hamburger Komponisten starten der neue Hamburgische Generalmusikdirektor Kent Nagano und das Philharmonische Staatsorchester am 27./28. September 2015 in ihre erste gemeinsame Spielzeit. Programmatische Schwerpunkte im weiteren Verlauf der Saison bilden Werke etwa von Bach, Beethoven, Mahler oder Berlioz. Klassisches Repertoire dieser und anderer Meister wird dabei kontrastiert mit Musik zeitgenössischer Künstler wie Unsuk Chin, Toshio Hosokawa oder Peter Ruzicka.



Bereits vor Eröffnung der Saison präsentieren sich Kent Nagano und ein Kammerorchester der Philharmoniker am 13./14. September 2015 mit zwei Akademiekonzerten in der Hauptkirche St. Michaelis. Neben den Brandenburgischen Konzerten von J.S. Bach stehen Kammerorchester-Werke von Schönberg und Brahms auf dem Programm sowie Mozarts G-Dur-Klavierkonzert mit Menahem Pressler als Solisten.



Einen Höhepunkt im Mai 2016 bilden zwei Aufführungen des Brahms-Requiems in der Hauptkirche St. Michaelis im Rahmen des Internationalen Musikfests Hamburg. Kent Nagano stellt dem Oratorium barocke Canzones von Giovanni Gabrieli und mit „Répons“ ein zentrales Werk des diesjährigen Hamburger Bach-Preisträgers Pierre Boulez gegenüber.



Die philharmonische Tradition der Silvesterkonzertmatinee führt Kent Nagano mit einem festlichen Programm fort, das mit Musik von Mozart bis B.A. Zimmermann zum Nachdenken anregen und an die Kraft der Musik im Dienste für Frieden und Freiheit appellieren möchte.



Die Kammermusikreihe des Philharmonischen Staatsorchesters bietet abwechslungsreiche Konzerte etwa mit Bernsteins „West Side Story“ im Arrangement für 2 Klaviere und Schlagzeug, einem Programm rund um das Thema Kreutzer-Sonate oder Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ in der Fassung für Holzbläser-Quintett. Auch ein Familien-Kammerkonzert mit einer Geschichte von Kinderbuchautor Janosch ist im Herbst 2015 zu erleben.



Ein neues Projekt, das sowohl Kammermusik als auch ein Symphoniekonzert mit Kent Nagano beinhaltet, ist die interdisziplinäre Reihe „Musik und Wissenschaft“, die im Februar 2016 startet. In Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft werden an vier Terminen Vorträge und Konzerte kombiniert und dabei wissenschaftliche Fragestellungen behandelt.



Zu den Gästen zählen 2015/2016 u.a. Dirigenten wie Philippe Herreweghe, Lothar Zagrosek, Markus Stenz, Paolo Carignani oder Michael Sanderling und Solisten wie Nikolai Lugansky, Piotr Anderszewski, Rudolf Buchbinder, Andreas Staier, Carolin Widmann, Baiba Skride, Vilde Frang, Nils Mönkemeyer, Alban Gerhardt, Marie-Elisabeth Hecker, Dorothea Röschmann, Genia Kühmeier, Dietrich Henschel u.a.



Neben dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg sind 2015/2016 Ensembles beteiligt wie das Experimentalstudio des SWR Freiburg, der Chor der Hamburgischen Staatsoper, der Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor und der Chor St. Michaelis.



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