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Hamburg dokumentiert die Zwangsarbeit im 3. Reich

Autor: Horst Schinzel am 06.11.2015

Zwangsarbeit

(Von Horst Schinzel) - Das Hamburger Museum der Arbeit dokumentiert in einer Sonderausstellung, die bis zum Frühjahr 2016 läuft, die Zwangsarbeit im Dritten Reich, insbesondere während des Zweiten Weltkrieges. Über 20 Millionen Männer, Frauen und Kinder aus fast allen Ländern Europas wurden als “Fremdarbeiter”, Kriegsgefangene oder KZ-Häftlinge in das nationalsozialistische Deutschland verschleppt oder mussten in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten Zwangsarbeit leisten.

Foto Hamburgische Museen

Spätestens seit 1942 gehörten Zwangsarbeiter zum Alltag im nationalsozialistischen Deutschland. Die aus allen Teilen Europas, vor allem aus den östlichen Ländern, deportierten Arbeitskräfte wurden überall eingesetzt: in Rüstungsbetrieben ebenso wie auf Baustellen, in der Landwirtschaft, im Handwerk, in öffentlichen Einrichtungen und in Privathaushalten. Ob als Besatzungssoldat in Polen oder als Bäuerin in Thüringen – alle Deutschen begegneten Zwangsarbeitern, viele profitierten davon. Zwangsarbeit war kein Geheimnis, sie war ein weitgehend öffentlich stattfindendes Verbrechen.

Die Ausstellung “Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg” erzählt erstmals die gesamte Geschichte dieses Verbrechens und seiner Folgen nach 1945. .Es werden mehr als 450 Fotos und rund 500 Dokumente gezeigt. Eiin spezieller Ausstellungsabschnitt ist den Zwangsarbeitern in den Hamburger Rüstungsbetrieben gewidmet.

Eine internationale Wanderausstellung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, initiiert und gefördert von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ). Die Ausstellung in Hamburg wird gefördert mit Mitteln aus dem Sonderausstellungsfonds der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg. Während der Ausstellung läuft ein umfangreiches Beiprogramm. Es werden Führungen und ein Katalog angeboten.


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