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Kinderarmes Hamburg - nur in jedem fünften Haushalt leben noch KInder

Autor: CIS am 30.05.2016

Kinder

In 17,6 Prozent aller Hamburger Haushalte leben Kinder unter 18 Jahren. Das geht aus einer Sonderauswertung des Melderegisters zur Anzahl und Struktur der Haushalte hervor, die das Statistikamt Nord jährlich zum Stichtag 31. Dezember durchführt. Die Quote der „Kinderhaushalte“ sinkt seit Jahren, im Jahr 1980 betrug sie noch 25 Prozent.

Foto: pixabay.com / peziebear

Zwischen den verschiedenen Stadtteilen bestehen dabei starke Unterschiede. Die höchsten Anteile an Haushalten mit Kindern gibt es in Neuallermöhe (34,6 Prozent) und Duvenstedt (31,1 Prozent). Die anderen Stadtteile folgen mit weitem Abstand. Gleichzeitig weisen Neuallermöhe und Duvenstedt mit 2,4 Personen die höchste durchschnittliche Haushaltsgröße in Hamburg auf (siehe Tabelle auf Seite 4).

Demgegenüber gibt es in den innerstädtischen Gebieten nur sehr wenige Haushalte mit Kindern: In Kleiner Grasbrook/Steinwerder, Hammerbrook, Borgfelde, Hamburg-Altstadt und Barmbek-Nord liegen die Anteile der Haushalte mit Kindern im einstelligen Prozentbereich (siehe Karte auf Seite 6). Hier besteht ein Haushalt aus durchschnittlich 1,4 Personen.

Die absolut meisten Haushalte mit Kindern gibt es in den stark besiedelten Stadtteilen Rahlstedt, Billstedt, Wilhelmsburg, Eimsbüttel, Bramfeld und Langenhorn. Zusammen sind ein Fünftel aller Haushalte mit Kindern Hamburgs in diesen Stadtteilen konzentriert.

Ein Viertel aller „Kinderhaushalte“ sind Alleinerziehenden-Haushalte

Ein Viertel der Hamburger Haushalte mit Kindern sind Alleinerziehenden-Haushalte. Die übrigen bestehen aus einem (Ehe-)Paar mit einem oder mehreren Kindern. Bezogen auf die absolute Zahl aller Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren wächst ebenfalls rund ein Viertel mit nur einem Erwachsenen auf (rund 67 000 Kinder und Jugendliche). Während im Bezirk Hamburg-Mitte 30,2 Prozent aller Haushalte mit Kindern Alleinerziehenden-Haushalte sind, sind es in den Bezirken Eimsbüttel und Wandsbek jeweils nur knapp 25 Prozent. Den höchsten Anteil an Alleinerziehenden- Haushalten weist der Stadtteil Dulsberg mit 43,7 Prozent auf.

Auch in Hamburg-Altstadt, Horn, St. Pauli und Sternschanze lebt in mehr als jedem dritten Haushalt mit Kindern nur ein alleinerziehender Elternteil bzw. Erwachsener. In Tatenberg im Süden Hamburgs, in Othmarschen sowie in Lemsahl-Mellingstedt und Sasel im Norden wohnen demgegenüber verhältnismäßig wenig Alleinerziehende.

Einpersonenhaushalte in der Mehrzahl

Gemessen an der Zahl der Haushalte stellen die Einpersonenhaushalte die Mehrheit (54,4 Prozent) in der Hansestadt. Auf Bezirksebene weist Hamburg-Nord die höchste Dichte an Einpersonenhaushalten auf (63,1 Prozent).

Fast alle Stadtteile dieses Bezirks – mit Ausnahme von Langenhorn und Alsterdorf – liegen über dem Hamburger Durchschnitt. Auf Ebene der Stadtteile können für Kleiner Grasbrook/Steinwerder, Hammerbrook, Dulsberg, Barmbek-Nord und Borgfelde die höchsten Anteile an Einpersonenhaushalten verzeichnet werden: In über 70 Prozent der Haushalte lebt hier nur eine Person.

Vergleichsweise wenige Einpersonenhaushalte gibt es dagegen mit 43,1 Prozent im Bezirk Bergedorf. In Neuallermöhe, Tatenberg und Altengamme bestehen sogar weniger als ein Drittel der Haushalte aus nur einer Person. Weitere Stadtteile mit für Hamburger Verhältnisse deutlich unterdurchschnittlichen Anteilen an Alleinlebenden liegen im Norden der Stadt im Bezirk Wandsbek: in Lemsahl-Mellingstedt, Duvenstedt und Wohldorf-Ohlstedt.

Generell sind die zentrumsnahen Stadtteile von einer hohen Dichte an Einpersonenhaushalten gekennzeichnet, während es in den peripheren, eher ländlich geprägten Stadtteilen verhältnismäßig wenige Haushalte mit nur einer Person gibt.

Insgesamt lebten Ende Dezember 2015 rund 1,8 Mio. Frauen und Männer in einer Mio. Privathaushalten in Hamburg, das sind durchschnittlich 1,8 Mitglieder pro Haushalt.

Methodische Anmerkungen

Bei den hier dargestellten Befunden zu Anzahl und Struktur der Haushalte in Hamburg handelt es sich nicht um statistische Ergebnisse im Sinne einer Erhebung, sondern um rechnerisch ermittelte Schätzungen, bei denen Personen nach bestimmten Regeln Haushalten zugeordnet werden. Datengrundlage dieser Schätzungen ist ein anonymisierter Melderegisterabzug vom 31. Dezember 2015. Aus den Berechnungen ausgeschlossen wurden die lediglich bei ihrer Reederei gemeldeten Seeleute und Binnenschiffer sowie Personen in Gemeinschaftsunterkünften, da es sich hierbei nicht um Privathaushalte handelt. Personen, die mit Nebenwohnsitz gemeldet sind, wurden dagegen in die Analyse mit einbezogen.


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