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NDR Elbphilharmonie Orchester: Die Saison 2018/2019

Autor: Klaus Mittelstädt am 14.05.2018

Elbphilharmonie

Die Bilanz der ersten Vollsaison in der Elbphilharmonie kann sich sehen lassen: Mit 75 im neuen Saal gespielten Konzerten vor rund 150.000 Besucherinnen und Besuchern blickt das NDR Elbphilharmonie Orchester auf eine erfolgreiche Spielzeit zurück. Alle Programme wurden auf NDR Kultur übertragen, 15 davon live. Für vier Konzerte gab es einen Video-Live-Stream, zwei wurden als TV-Sendung realisiert.

Foto: Klaus Mittelstädt / Krzysztof Urbanski und Nicolas Altstaedt bei der heutigen Pressekonferenz in der Elbphilharmonie

Das Residenzorchester des Konzerthauses ist prägender Teil der Erfolgsgeschichte der Elbphilharmonie, hat sein Angebot vielfältig ausgebaut und damit ein neues Publikum gewonnen. Die Abschiedssaison von Thomas Hengelbrock als Chefdirigent nähert sich mit eindrucksvollen Aufführungen insbesondere großer vokalsinfonischer Werke dem Ende. Mit der Berufung von Alan Gilbert zum Chefdirigenten ab September 2019 hat das NDR Elbphilharmonie Orchester die Weichen für die weitere künstlerische Profilierung gestellt.

Alan Gilbert wird in der Saison 2018/2019 bereits zwei herausragende Projekte leiten: Im Herbst 2018 dirigiert er das NDR Elbphilharmonie Orchester auf einer großen Asien-Tournee mit Werken von Beethoven, Brahms, Bruckner und Mahler. Einen starken Akzent setzt Gilbert im Mai 2019 mit drei Aufführungen von György Ligetis groteskem Musiktheater-Spektakel „Le Grand Macabre“. Als Höhepunkt des 4. Internationalen Musikfests Hamburg präsentiert er in der Regie von Doug Fitch eine aufwändige szenische Produktion, die in Kooperation mit HamburgMusik realisiert wird.

Auch Krzysztof Urbanski, der Erste Gastdirigent des Orchesters, wird die Spielzeit prägen: Er dirigiert die traditionelle Opening Night zum Saisonstart mit Werken des französischen Orchesterrepertoires und Jean-Yves Thibaudet als Solist. Bereits vor dem Beginn der Hamburger Saison wird er gemeinsam mit den Solisten Helene Grimaud und Christian Gerhaher bei wichtigen Sommerfestivals in Europa und gastieren. Mit den jeweils vierten Sinfonien von Tschaikowsky, Mendelssohn und Schostakowitsch interpretieren Urbanski und das NDR Elbphilharmonie Orchester in Hamburg Meilensteine der Orchesterliteratur.

Artist in Residence ist der vielseitige Cellist Nicolas Altstaedt. Mit Cellokonzerten von Witold Lutoslawski und Dmitrij Schostakowitsch sowie der Uraufführung eines neuen Werks von Sebastian Fagerlund auf der einen Seite und einem Abend mit NDR Barock sowie Interpretationen der Cellosuiten von Johann Sebastian Bach auf der anderen Seite wird er seine Expertise im Bereich der Moderne wie auch der historisch authentischen Aufführungspraxis unter Beweis stellen.



Starke Programmschwerpunkte

In dem zehntägigen Festival „My Polish Heart“ bündelt der NDR die Kräfte seiner Musikensembles, Konzertreihen und Hörfunkprogramme zum Abschluss des dreimonatigen Polen-Schwerpunkts in der Elbphilharmonie. Aus Anlass des 100. Jahrestages der Unabhängigkeit Polens gestaltet der  NDR insgesamt elf Konzerte rund um das Musikland Polen mit seinem charismatischen polnischen Gastdirigenten als wichtigem Protagonisten. Für die Konzerte mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester hat Urbanski mit Werken von Karol Szymanowski, Henryk Gorecki, Krzysztof Penderecki, Witold Lutoslawski und Frederic Chopin einen repräsentativen Querschnitt durch die reiche Orchesterliteratur des Landes programmiert. Als Solisten der Sinfoniekonzerte sind Piotr Anderszewski und Jan Lisiecki eingeladen, zwei der gefragtesten polnischen Pianisten. Ergänzt werden die Konzerte durch einen Gesprächsabend von NDR Info im Kleinen Saal der Elbphilharmonie und thematische Beiträge in den Radioprogrammen des NDR.

Einen programmatischen Schwerpunkt setzt das NDR Elbphilharmonie Orchester mit Aufführungen neuer und neuester Musik, für die sich die Elbphilharmonie mit ihrer transparenten Akustik als ideale Bühne erwiesen hat. Gleich in der Opening Night dirigiert Krzysztof Urbanski die Hamburger Erstaufführung eines Werks des französischen Komponisten Guillaume Connesson; wenig später präsentiert das Orchester gemeinsam mit NDR Percussion Musik von Toru Takemitsu.  Simone Rubino ist der Solist in der Uraufführung eines Auftragswerks von Avner Dorman. Nach dem Festival „My Polish Heart“, bei dem unter anderem mit Henryk Góreckis 1976 komponierter „Sinfonie der Klagelieder“ ein Erfolgshit der 1990er Jahre zur Aufführung kommt, geht es im Rahmen des Festivals „Greatest Hits“ mit Werken von Boulez, Berio und Varese unter der Leitung von François-Xavier Roth weiter. Sakari Oramo präsentiert bei seinem Comeback zum NDR Elbphilharmonie Orchester die Deutsche Erstaufführung des politisch motivierten Werks „Accused“ von Magnus Lindberg. Ingo Metzmacher dirigiert zwei Klassiker des 20. und 21. Jahrhunderts: Olivier Messiaens „Trois petites liturgies“ und Dmitrij Schostakowitschs Sinfonie Nr. 13 „Babi Jar“. Unter der Leitung von Hannu Lintu wird Artist in Residence Nicolas Altstaedt ein vom NDR in Auftrag gegebenes Werk des finnischen Komponisten Sebastian Fagerlund uraufführen. Und Sir George Benjamin wird in einem spannenden Programm unter seiner Leitung sein Werk „Dream of the Song“ für Countertenor, Frauenchor und Orchester erstmals in Hamburg zur Aufführung bringen.

Neben der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts gehört  nach wie vor die romantische Sinfonik zum Kernrepertoire des NDR Elbphilharmonie Orchesters. Ein besonderer Fokus liegt dabei in der Saison 2018/2019 auf den Werken Anton Bruckners: Der estnische Pultstar Paavo Järvi dirigiert die Zweite Sinfonie; der ehemalige Chefdirigent Christoph Eschenbach kehrt mit Bruckners Vierter zum NDR Elbphilharmonie Orchester zurück; Alan Gilbert präsentiert die Siebte, und Christoph von Dohnányi holt sein lang erwartetes Debüt in der Elbphilharmonie mit Bruckners Achter Sinfonie nach. Mit einem reinen Wagner-Programm interpretiert der Bayreuth-erfahrene Maestro Marek Janowski außerdem Werke von Bruckners großem Idol. Altmeister Herbert Blomstedt kehrt mit Brahms’ Zweiter Sinfonie zurück und Semyon Bychkov dirigiert mit Auszügen aus Smetanas „Mein Vaterland“ berühmtes Repertoire seiner neuen künstlerischen Heimat Prag.

Zwei Shootingstars der Dirigentenszene geben ihre Debüts am Pult des Orchesters: Mirga Grazinyte-Tyla, die junge Chefdirigentin des City of Birmingham Symphony Orchestra, dirigiert an zwei Abenden Strawinskys „Feuervogel“. Der israelische Senkrechtstarter Omer Meir Wellber interpretiert Werke von Haydn und Tschaikowsky und übernimmt in Schnittkes Concerto grosso Nr. 1 selbst den Cembalopart.

Mit Emanuel Ax, Piotr Anderszweski, Jan Lisiecki, Kirill Gerstein, Bertrand Chamayou und Denis Kozhukhin geben sich renommierte Klaviergrößen und aufstrebende Tastentalente in der Elbphilharmonie die Ehre. Bei den Geigern sind die Auftritte von Isabelle Faust – mit dem lange Zeit vernachlässigten Schumann-Konzert – sowie von Christian Tetzlaff hervorzuheben, der im Rahmen des Internationalen Musikfests Hamburg das Violinkonzert von György Ligeti interpretiert.  

Starke Partnerschaft

Die Elbphilharmonie und ihr Residenzorchester vertiefen ihre Zusammenarbeit über die Kooperation von HamburgMusik mit dem NDR weiter. Dazu gehören neben den Produktionen für den Schwerpunkt Polen und das Internationale Musikfest auch die Konzerte zum Jahreswechsel und die Konzerte für Hamburg. Die neu aufgelegten Silvesterkonzerte in der Elbphilharmonie werden in dieser Spielzeit um ein Neujahrskonzert erweitert. Der Österreicher Manfred Honeck bringt gemeinsam mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und dem NDR Chor den Neujahrsklassiker schlechthin auf die Bühne der Elbphilharmonie: Johann Strauß’ Operette „Die Fledermaus“.

Die zur Eröffnung der Elbphilharmonie eingeführten und anhaltend beliebten Konzerte für Hamburg werden ebenfalls fortgesetzt: In zehn Kurzkonzerten sind dieses Mal neben dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung von Krzysztof Urbanski auch zwei weitere NDR Musikensembles mit dabei: die NDR Radiophilharmonie und die NDR Bigband unter ihren charismatischen Chefdirigenten Andrew Manze und Geir Lysne.

Starkes Engagement

Seit der Eröffnung der Elbphilharmonie engagieren sich die Musiker des NDR Elbphilharmonie Orchesters über die Orchesterkonzerte hinaus verstärkt auch in der Kammermusik. Neue Ensembles wie das NDR Kammerorchester und die NDR ElphCellisten haben sich formiert, die Anzahl der Kammerkonzerte wurde durch eine Reihe im Kleinen Saal der Elbphilharmonie verdoppelt. Insgesamt gestalten die Musikerinnen und Musiker des Orchesters in dieser Saison 13 Kammerkonzerte in der Elbphilharmonie und im Rolf-Liebermann-Studio des NDR. Besonderes Engagement zeigen die NDR Musiker erneut in der Nachwuchsförderung und der Musikvermittlung. Das umfangreiche Education-Programm des NDR „Discover Music!“ mit mehr als 80 Veranstaltungen ist integraler Bestandteil des musikalischen Angebots. Mit ehrenamtlicher Tätigkeit als Dozenten der Orchesterakademie und beim NDR Jugendsinfonieorchesters setzen sich die Musiker darüber hinaus nachhaltig für die Ausbildung des musikalischen Nachwuchses ein.

Mit insgesamt 16 Konzerten der Abonnementreihen in Lübeck, Kiel und Wismar ist das NDR Elbphilharmonie Orchester weiterhin über seine Spielstätte hinaus im Norden präsent und führt mit den Eröffnungskonzerten des Schleswig-Holstein Musik Festivals und der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den norddeutschen Festivals fort.

Starker Service

Mit der Einführung der NDR EO App schafft das Ensemble eine Plattform für den schnellen Kauf von Konzertkarten, den direkten Zugang zu Audio- und Videomitschnitten live und on demand sowie die Verlosung von Konzertkarten, Probenbesuchen und Backstage-Führungen.

Die NDR EO App steht ab sofort im App Store, im Google Play Store und unter www.NDR.de/eo zum Download zur Verfügung.

Wichtige Neuerungen gibt es zur nächsten Saison auch im Kartenvertrieb und Abonnementservice. Mit dem Ziel, die Qualität und Serviceleistungen zu optimieren und zu vereinheitlichen, hat der NDR nach einem Ausschreibungsverfahren die Elbphilharmonie und Laeiszhalle BetriebsgesellschaftmbH mit der Abonnementverwaltung und dem Vertrieb der Konzertkarten der Hamburger Ensembles und Konzertreihen beauftragt. Das bedeutet u. a., dass auch der Vertrieb der Einzelkarten nach dem bereits von der Elbphilharmonie praktizierten Vergabemodus erfolgt: Eintrittskarten für einen großen Teil des Programms können ab sofort und bis zum 25. Mai online bestellt werden. Ist nach Ablauf der Frist die Nachfrage größer als das Angebot, entscheidet das Zufallsprinzip. Der Einzelkartenverkauf an den Vorverkaufsstellen beginnt am 21. Juni ab 10.00 Uhr. Dafür werden auch für die bereits jetzt online bestellbaren Konzerte Kartenkontingente zurückgehalten.


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