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Hamburg: Kairos-Preis für den Architekten Eike Roswag

Autor: Horst Schinzel am 22.02.2015

Roswag

(Von Horst Schinzel) - In einer Feierstunde im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg ist an diesem Sonntagmorgen der Kairos-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung an den Berliner Architekten Eike Roswag verliehen worden. Dieser setzt sich für ökologisches Wohnen ein. Der Architekt baut Häuser aus Naturmaterialien. Der Preis ist mit 75.000 Euro einer der höchstdotierten europäischen Kulturpreise.

Der Berliner Architekt und Energieberater Eike Roswag will ohne großen technischen Aufwand bauen. Er erforscht ökologische Baustoffe und lässt sich von Lehm, Holz oder Bambus inspirieren.

Foto: Daniela Friebel

Benannt ist der Preis nach dem griechischen Gott Kairos, dem jüngsten Sohn des griechischen Gottvaters Zeus. Kairos steht als Gott für den rechten Augenblick. Damit will die Stiftung ihre Preisträger nicht für ihr Lebenswerk ehren, sondern für das, was den Künstler zurzeit ausmacht. Die Toepfer Stiftung wurde 1931 von dem Kaufmann und Landwirt Alfred C. Toepfer gegründet. Sie engagiert sich europaweit für Kultur, Wissenschaft, Bildung und Naturschutz. Ein besonderes Anliegen ist die europäische Verständigung unter Wahrung der kulturellen Vielfalt.

Die Wahl von Eike Roswag begründete das unabhängige Kuratorium der Stiftung unter anderem mit seinem Respekt vor der Natur: "Seine Bauten sind keine schillernden Solitäre, sondern beruhen auf Respekt vor zukünftigen Nutzern und der Erfahrung örtlich ansässiger Handwerker", heißt es.

Eike Roswag ist Spezialist für nachhaltige Architektur und baut auch im Ausland schadstofffrei und energiesparend mit Naturmaterialien vor Ort. So etwa eine Schule aus Lehm in Bangladesh nach örtlichem Vorbild (siehe Bild oben). Auf seiner Homepage beschreibt er die Vision seiner Arbeit: "Bescheidenheit, Dauerhaftigkeit und lokale Verankerung bieten einer zukunftsorientierten Architektur die Option der Zeitlosigkeit und Ruhe."

Mit dem KAIROS - Europäischer Kulturpreis der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. - werden europäische Künstler, Wissenschaftler und andere Fachleute aus den Bereichen bildende und darstellende Kunst, Musik, Architektur, Film, Fotografie, Literatur und Publizistik ausgezeichnet. "Prämiert werden sowohl künstlerische Individualleistungen als auch die oft jenseits der öffentlichen Wahrnehmung wirkenden Produzenten, Festivalleiter, Verleger, Galeristen und andere Initiatoren in Europa, die Kunst und Kultur ermöglichen, mit ihrer Arbeit Maßstäbe setzen und entscheidende Impulse geben."

Der KAIROS-Preis wird seit 2007 an europäische Künstler und Wissenschaftler aus den Bereichen bildende und darstellende Kunst, Musik, Architektur, Design, Film, Fotografie, Literatur und Publizistik verliehen. Ausgezeichnet werden sowohl künstlerische Individualleistungen als auch die Leistungen derer, die Kultur in Europa ermöglichen und ihr entscheidende Impulse geben: Produzenten, Intendanten, Verleger, Festivalleiter und andere Initiatoren. Benannt nach dem Gott des „rechten Augenblicks“ der griechischen Mythologie, ist der Preis Anerkennung und Ermutigung zugleich: Er gilt Künstlern und Kulturschaffenden, die auf beispielhafte Weise unterwegs sind, ohne den Zenit ihres Schaffens bereits erreicht zu haben. Der KAIROS-Preis versteht sich nicht als Auszeichnung eines abgeschlossenen Lebenswerkes, sondern als Impuls zu weiterem Wirken.
Mit einer Preissumme von € 75.000 ist der Preis einer der höchstdotierten Kulturpreise in Europa. Seine Konzeption bündelt die zahlreichen früheren, über lange Jahre vergebenen, Kulturpreise der Stiftung und spiegelt zugleich die veränderten gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Bedingungen im heutigen Europa wider.

Dem KAIROS-Preiskuratorium unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Christoph Stölzl, das über die Vergabe entscheidet, gehören zur Zeit sechs Persönlichkeiten an. Dieses Kernkuratorium wird bei Bedarf durch verschiedene von der Stiftung berufene Experten unterstützt, die sich entweder in einem der künstlerischen Bereiche oder in einer bestimmten Region in Europa besonders gut auskennen.

Mitglieder sind  Prof. Dr. Christoph Stölzl (Historiker, Senator a. D.), Armin Conrad (Chefredakteur 3sat kulturzeit), Dr. Christine Eichel (Autorin und Journalistin), Dr. Rainer M. Schaper (Kulturchef Schweizer Fernsehen), Dr. Nike Wagner (Musik-, Theater- und Literaturwissenschaftlerin) 



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