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Aurubis startet sechzig Verbesserungs-Projekte

Autor: Horst Schinzel am 21.03.2015

Aurubis

(Von Horst Schinzel) - Die Aurubis AG- den meisten Lesern sicherlich noch als Norddeutsche Affinerie ein Begriff hatte an diesem Donnerstag zur Hauptversammlung geladen. „Die Gesellschaft ist weiterhin in einer robusten bilanziellen Verfassung“, erklärte Vorstandsvorsitzender Dr. Bernd Drouven vor rund 1.400 Aktionären und Gästen in Hamburg. Rückblickend verwies er auf ein nach schwierigen Jahren deutlich verbessertes operatives Ergebnis vor Steuern (EBT) von 138 Mio. € (VJ 114 Mio. €), das aber dennoch nicht die anfänglichen Erwartungen erfüllt habe.

Foto: Wikimedia - Reinhard Kraasch - CC BY-SA 3.0

Positiv auf das Ergebnis wirkten sich makroökonomisch die Erholung in den USA und ein erstarkter US$ sowie im Produktbereich die Entwicklung auf den europäischen Rod & Shapes-Märkten aus. Als belastend erwies sich der umfangreiche Wartungsstillstand der Primärkupfererzeugung in Hamburg im September und Oktober 2013. Die Wiederaufnahme der Produktion und das Erreichen der vollen Leistungsfähigkeit zogen sich bis in das zweite Geschäftsjahresquartal hin. Die Schwefelsäuremärkte verschlechterten sich zunächst gegenüber dem Vorjahr, stabilisierten sich erst im Verlaufe des 3. Quartals und zeigten zum Ende des Geschäftsjahres positive Tendenzen. Die Entwicklung auf den Märkten für Altkupfer erreichte im 2. und 3. Quartal ihren Tiefpunkt und verbesserten sich erst zum Ende des Geschäftsjahres, was sich jedoch nicht mehr auf das Ergebnis auswirkte.

Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed – ROCE) ist neben dem operativen EBT eine weitere wichtige Konzernsteuerungsgröße. Hier wurde eine Verbesserung auf 8,5 % erreicht, was jedoch noch deutlich unter der Konzernzielgröße von 15 % lag. Die Eigenkapitalquote lag bei 44 %.

Der Aktienkurs der Aurubis litt im abgelaufenen Geschäftsjahr unter der schwachen Ertragslage und verlor rund 13 %. Die Entwicklung im 1. Quartal des neuen Geschäftsjahres 2014/15 verlief hingegen bis heute sehr erfreulich.

Da die Gesellschaft mit dem Erreichten nicht zufrieden ist und sie dem Wettbewerb einen Schritt voraus sein will, sind weitere Maßnahmen ergriffen worden. Im September 2014 startete ein Ergebnisverbesserungsprojekt für die Standorte Hamburg und Lünen. Das Projekt soll bereits im laufenden Geschäftsjahr einen Ergebnisbeitrag im niedrigen zweistelligen Millionenbereich bringen. Weitere wichtige Themen sind Nachhaltigkeit im Gleichklang von Ökonomie, Ökologie und Sozialem sowie Energie:

Im vergangen Jahr veröffentlichte Aurubis eine zusammenfassende Nachhaltigkeitsstrategie. Eines der wesentlichen Aktionsfelder ist die Verantwortung in der Lieferkette. Darüber hinaus hat sich Aurubis zusätzlich einem weiteren Sozialstandard, dem UN Global Compact, der weltweit größten Initiative für verantwortungsbewusste Unternehmensführung, angeschlossen.

Zum Thema Energie und Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erklärte Dr. Drouven: „Wir rechnen für Aurubis mit einer konstanten Belastung auf heutigem Niveau. Für unsere Planungssicherheit ist es jedoch wichtig, dass die Regelungen der weitgehenden Befreiung von der EEG-Umlage langfristige Gültigkeit besitzen. Wir bauen deshalb auf die Zusage von Politikern, dass die besondere Ausgleichsregelung nicht erneut zur Diskussion stehen wird.“

Auf das im Februar veröffentlichte Ergebnis des 1. Quartals des neuen Geschäftsjahres 2014/15 eingehend, verwies der Vorstandsvorsitzende auf positive externe Marktbedingungen wie gestiegene Schmelzlöhnen für Kupferkonzentrate, stabile Verkaufspreise für Schwefelsäure und ein gutes Schrottangebot an den Altkupfermärkten mit stabilen Raffinierlöhnen sowie Kupferproduktmärkte auf einem guten Niveau. Das operative EBT stieg auf 39 Mio. €  gegenüber minus 3 Mio. € im Vorjahr. Die Rendite auf das Eingesetzte Kapital (ROCE) erreichte 11 % nach 0,3 % im Vorjahr, womit der Konzern wieder auf gutem Weg zur Zielmarke von 15 % ist.

Unter dem Strategie-Leitthema „Step-up“ wurden intern mehr als 60 Projekte zur Verbesserung in verschiedenen Bereichen gestartet. Dr. Drouven verwies u.a. auf das Organisationsprojekt, in dessen Rahmen ein Supply Chain Management als konzernübergreifendes Versorgungsmanagement implementiert wurde.  

Zum Ausblick erklärte Dr. Drouven, dass es bereits heute einige deutlich positive Marktsignale für das laufende Geschäftsjahr gebe. Die globale Kupfernachfrage verfüge weiterhin über einen soliden Unterbau. In China, dem größten Nachfrager weltweit, dürften die niedrigeren Kupferpreise und eine Vielzahl von großen Infrastrukturprojekten zu einer weiterhin guten Nachfrage führen. Die Verhandlungen über längerfristige europäische Verkaufsverträge für 2015 stimmten Aurubis sehr positiv, in den USA wirke sich die gute Wirtschaftsentwicklung aus.

„Alles in allem erwarten wir für das Geschäftsjahr 2014/15 ein gegenüber dem Berichtsjahr deutlich steigendes operatives EBT und einen leicht steigenden ROCE“, fasste Dr. Drouven den Ausblick zusammen.

Die Hauptversammlung nahm den Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand an, eine Dividende von 1,00 € pro Aktie (Vorjahr 1,10 €) an die Anteilseigner auszuschütten. Die Dividendenrendite liegt bei 2,6 % zum Geschäftsjahresschlusskurs von 39,16 €.

Die Hauptversammlung stimmte auch allen anderen zur Abstimmung vorgelegten Anträgen mit großer Mehrheit zu. Auf der diesjährigen Hauptversammlung waren rund 61,71 % des stimmberechtigten Grundkapitals anwesend




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