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Depot der Hamburger Kunsthalle fertig gestellt

Autor: Horst Schinzel am 03.06.2015

Kunsthalle

(Horst Schinzel) - Die Modernisierungsarbeiten an der Hamburger Kunsthalle laufen auf Hochtouren. Die von der Stadt mit rund vier Millionen Euro finanzierte Sanierung des zentralen Gemälde- und Skulpturendepots in der Kunsthalle ist bereits abgeschlossen, so dass die Kunstwerke künftig nach höchsten internationalen Standards gelagert werden können.

Foto: CC Wikimedia - Pedelecs

Die weiteren umfassenden Modernisierungsmaßnahmen ermöglicht die Dorit & Alexander Otto-Stiftung durch eine Sachspende von 15 Millionen Euro. Erste Sammlungsräume sind renoviert und der Rohbau für den Museumsanbau steht bereits. Ziel ist es, die Kunsthalle für Besucher noch attraktiver zu machen und die Strahlkraft der international bedeutenden Sammlung zu erhöhen.

Heute präsentierten Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler, Unternehmer und Mäzen Alexander Otto, Kunsthallendirektor Prof. Dr. Hubertus Gaßner und Kunsthallen-Geschäftsführer Dr. Stefan Brandt den aktuellen Stand der Modernisierungsarbeiten. Anlass für die Besichtigung war die Fertigstellung des zentralen Gemälde- und Skulpturendepots. Neben einer umfassenden Sanierung der Depoträume wurde ein Regal- und Hängesystem nach technisch neuestem Standard eingebaut sowie potenzielle Gefahrenquellen wie beispielsweise wasserführende Leitungen beseitigt. Damit wird von jetzt an eine Aufbewahrung der Kunstwerke auf internationalem Niveau gewährleistet. Zudem hat die Stadt begonnen, mit knapp drei Millionen Euro den Außenbereich der Kunsthalle im Rahmen von Umbaumaßnahmen barrierefrei und einladender umzugestalten. Die von der Dorit & Alexander Otto-Stiftung finanzierten, umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen im Gründungs- und im Erweiterungsbau sind im vollen Gange.

Dazu gehört die Schaffung eines repräsentativen und barrierefreien Eingangsportals mit einem großzügigen Foyer, das zentrale Serviceeinrichtungen wie Ticketverkauf, Besucher-Info und Museumsshop vereint und verkürzte Wege zu allen Sammlungsbereichen bietet. Im Zuge der Wand- und Bodenrenovierung für das zukünftige Foyer wurde der historische Terrazo-Boden freigelegt. Das angrenzende Café Liebermann wird vollständig renoviert und zu einem stilvollen Museumscafé hergerichtet.

Der Olympiasaal wird mit dem früheren Saal der Meisterzeichnung zum künftigen Veranstaltungsraum zusammengelegt, der Ausstellungseröffnungen, Empfänge, Vorträge und Konzerte für bis zu 400 Personen ermöglicht. Außerdem wird ein neues Zwischengeschoss für ein weiteres Foyer mit Garderoben und Serviceeinrichtungen geschaffen. Bahnseitig wird ein viergeschossiger, energieeffizienter Neubau in den Gründungsbau stilvoll eingepasst, der Büros und Restaurierungswerkstätten umfasst. Im Erweiterungsbau werden im ersten Obergeschoss die Sammlungsräume der Alten Meister und des 19. Jahrhunderts umfangreich saniert und behutsam modernisiert. Erste Sammlungsräume sind bereits fertiggestellt und werden in Kürze an die Kunsthalle übergeben.

Alexander Otto stellt persönlich und über die von ihm und seiner Frau gegründete Dorit & Alexander Otto-Stiftung 15 Millionen Euro an Planungs- und Bauleistungen als Sachspende für diese Modernisierungsarbeiten bereit. Die ECE sowie externe Architekten und Bauingenieure (unter anderem das Hamburger Architekturbüro LH-Architekten) planen gemeinsam mit der Kunsthalle und den beteiligten Behörden die Details für den Umbau. Ausführender Generalunternehmer ist die Firma Züblin. Die Wiedereröffnung soll wie geplant im Frühjahr 2016 erfolgen. Während der laufenden Arbeiten bleibt die Hamburger Kunsthalle weiterhin in Teilbereichen für Besucher geöffnet. Ebenso werden weiterhin Ausstellungen sowie ein umfangreiches Programm an Veranstaltungen im Bereich Bildung und Vermittlung angeboten. 

Zitate:

Alexander Otto: „Alle Räume in den beiden älteren Museumsabschnitten werden modernisiert. Einige bereits fertig gestellte Sammlungsräume lassen schon jetzt erahnen, wie das historische Bauwerk wieder zur Geltung kommen wird. Ein besonderes Highlight wird die neue, zentrale Eingangssituation des Gründungsbaus, die bei den Besuchern bereits beim Betreten der Kunsthalle Appetit auf den Rundgang machen wird. In weniger als einem Jahr ist die Kunsthalle wieder komplett geöffnet.“

Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler: „Die grundlegende Sanierung des Gemäldedepots der Hamburger Kunsthalle nach internationalen Standards ist ein Meilenstein in der Geschichte des Museums. Damit erfüllt die Stadt ihre Verpflichtung, das wertvolle kulturelle Erbe dauerhaft zu bewahren und ermöglicht der Kunsthalle eine wesentliche Bedingung des nationalen und internationalen Leihverkehrs zu erfüllen.“

  Prof. Dr. Hubertus Gaßner, Direktor Hamburger Kunsthalle: „Ich freue mich sehr, dass das zentrale Depot der Kunsthalle nach langer Planungszeit und so kurzer Bauzeit im neuen Gewand wieder eröffnet wird. Auch hier sind wir der Devise ‚Erst die Sicherheit, dann die Schönheit‘ gefolgt, wie es sich für ein Museum als Schatzhaus der Nation geziemt. Es begeistert mich deshalb umso mehr, dass dank der äußerst großzügigen Spende von Dorit und Alexander Otto die Hamburger Kunsthalle in wesentlichen Bereichen gleichzeitig verschönert und verbessert werden kann.“

Dr. Stefan Brandt, Geschäftsführer Hamburger Kunsthalle: „Die fristgemäße Fertigstellung des Depots, das höchsten internationalen Standards entspricht, steht auch sinnbildlich für die nachhaltige Ausrichtung der gesamten Modernisierung. Es geht uns, Alexander Otto und der Stadt Hamburg nicht um bloße Verschönerungsarbeiten, sondern um eine Investition in die Substanz des Museums. Wir starten nun guten Mutes in die letzte Etappe bis zur geplanten Wiedereröffnung Ende April 2016. Dabei motiviert uns zusätzlich, dass wir uns weiterhin voll im Zeit- und Kostenplan befinden.“

Die Depotsanierung in Zahlen:
- Zirka 35 Tonnen Stahlträger als Unterkonstruktion für Depotschiebewände
- 4100 m² neue Depotschiebewände montiert
- Zirka 900 m² neues Parkett verlegt
- An rund 1.400 m² Wandflächen Putz abgeschlagen, gespachtelt und angestrichen
- Zwei neue Hebebühnen für den Kunsttransport 
- Alte Installationsleitungen für Wasser, Heizung und Starkstrom entfernt
- Neue Elektroinstallation, Einbruchmeldeanlage, Brandmeldeanlage, Sicherheitsbeleuchtung, Alarmierungsanlage eingebaut
- Neue Lüftungs- und Klimaanlage eingebaut
- Neue Türen und Fenster eingesetzt: Zwei Fensteranlagen mit Sonnenschutz, 21 Türen und   ein Brandschutzschiebetor
- Alle Maßnahmen erfolgten auf insgesamt drei Etagen
- Insgesamt waren zirka 40 Arbeitskräfte im Einsatz


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