Kampnagel: Weibliche Opferrituale in She She Pops Mütter-Stück FRÜHLINGSOPFER

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Redakteur

CIS –

Das Kollektiv She She Pop, das spätestens seit dem Erfolgsstück TESTAMENT (2010), in dem die Performer zusammen mit ihren Vätern auf der Bühne standen, zu den Stars der europäischen Theaterszene zählt, ist vom 15. bis zum 17. Januar zurück auf Kampnagel. Sie präsentieren nun das Pendant gemeinsam mit ihren Müttern: FRÜHLINGSOPFER nach Igor Strawinskys »Le Sacre du Printemps«. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem weiblichen Opfer in der Familie und der Gesellschaft. Dafür überblenden She She Pop bewusst die religiöse Sphäre des rituellen Menschenopfers aus „Le Sacre du Printemps“ mit der ethischen Frage des persönlichen Verzichts zwischen Frauen und Männern sowie zwischen Müttern und Töchtern.



Das Bild der sich aufopfernden Frau erscheint heute allerdings verstaubt. Selbstermächtigung und persönliche Freiheit scheinen wichtiger als Verzicht und Selbstaufgabe. Das archaische Frühlingsopfer dagegen steht für die Gewissheit, dass jede Gemeinschaft Opfer fordert, ja sogar erst um das gemeinsame Opfer herum entsteht und bestätigt wird. Wie bei Strawinsky entfaltet sich She She Pops FRÜHLINGSOPFER als Ritual: Die Begegnung mit den Müttern und dem Publikum wird in aller Feierlichkeit inszeniert. Aber im Gegensatz zur Gemeinschaft bei Strawinsky besteht bei She She Pop keineswegs Einigkeit über das Vorgehen, im Gegenteil. Zweifel stehen von Anfang an im Raum. Aber ebenso der Entschluss, es gemeinsam zu versuchen.

She She Pop

FRÜHLINGSOPFER

Do 15.01. bis Sa 17.01. / 20:00

K2, 18/12 Euro (erm. ab 8 Euro)

PM und Foto: Doro Tuch /  Kampnagel Internationale Kulturfabrik GmbH

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